Mittwoch, 18. Oktober 2017

'el hombre' en vacaçiones



Ich war in den ferien am meer mit meiner familie.


Ich hatte viel spass und bin kilometer gepaddelt. Leider habe ich auch viel gegessen, weil es einfach soooo gut war. Deshalb hat das schwimmen für mein gewicht nichts gebracht. Aber was soll’s: beim flirten ist das lächeln eh wichtiger.


Ich habe noch platz frei unter meinem sonnenschirm. Bringt doch gleich noch ein eis mit.

Freitag, 6. Oktober 2017

ich mag den herbst (von 'querdenker')

Ich mag den herbst, wenn ich laufen kann

im laub

im wind

in der frühen frische

überhaupt.

 

Ich mag den herbst, wenn ich essen kann

kürbissuppe

marroni

zuckerwatte

überhaupt.

 

Ich mag den herbst, wenn ich sprechen kann

mit freunden

in cafés

mit dir

überhaupt.

 

Ich mag den herbst, wenn ich leben kann

wie alle

wie ich möchte

wie ein mensch

überhaupt.

Mittwoch, 27. September 2017

aktueller chat mit Peter Schneider

hier können sie einen austausch verfolgen, den die idiotenspeaker mit Peter Schneider schriftlich führen:

Scrollen Sie zum neuesten Eintrag vom 27. September 2017 Zum aktuellsten Eintrag

20. September 2017

lieber herr schneider
Als sie bei uns zu besuch waren, sind wir ja am ende bei den kategorien gelandet. Oder eher bei sinn und unsinn von kategorisierungen wie ‘neurotypisch’ und dergleichen. Ich frage mich, wie wir etwas benennen können, um überhaupt unterscheidungen machen und über etwas reden zu können, ohne aber immer mit dem wort auch schon zu werten und einen rattenschwanz an annahmen aufzurufen, die wir gar nicht meinen. Gibt es da einen weg, ohne mir den mund fuselig zu reden? Denn das kann ich nicht.


Lieber Herr Kaspar
Es ist klar, dass bei Kategorien immer ein Teil - das Individuelle, nicht Verallgemeinerbare - unter den Tisch fällt. Dafür sind Kategorien allerdings auch gemacht. In der Taxonomie der Pflanzen durch das Linnésche System, funktioniert das erstaunlich gut. Jedes einzelne Gänseblümchen hat seinen eigenen Charme, aber der wird ihm durch seine Einordung in die Familie der Korbblütler auch nicht genommen. Dieses System hat sich auch unter modernen genetischen Gesichtspunkten als ziemlich stabil erwiesen. Das Raster der sprachlichen Kategorien bildet die Wirklichkeit offenbar gut nach. Die Kategorisierung der Geisteskrankheiten, der psychischen Krankheiten, der psychischen Störungen (so die Terminologie in chronologischer Reihenfolge) hingegen unterliegt weit grösseren Änderungen. Hier bildet die Sprache Unterschiede nicht nur ab, sondern schafft auch Differenzen, die auch anders kategorisiert werden können. Trotzdem sind die diesbezüglichen Kategorien nicht einfach nur willkürlich und auch nicht bloss stigmatisierend. Sie kennen gewiss den Spruch "Wenn Du einen Autisten kennst, kennst Du EINEN Autisten". Ich glaube, dass diese Individualisierung des Autismus auf eine paradoxe Weise eine Folge gerade seiner Kategorisierung darstellt. Die Diagnose "Autismus" ist ja relativ neu. Sie stammt aus den vierziger Jahren von Kanner und Asperger, aber meiner Meinung nach hat sie sich erst um einiges später wirklich durchgesetzt und ist erst in den 80er Jahren ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gedrungen. In der Kategorie "Autismus" steckt tatsächlich ein Rattenschwanz an Vorurteilen und Annahmen. Aber nicht alle sind dumm. Zum Beispiel gehört zu der Kategorie "Autismus" auch die Einsicht, dass autistische Menschen nicht "geistig minderbemittelt" sind, sondern dass dieser Eindruck lediglich ein Effekt der Art und Weise ist, wie man sie behandelt hat, nämlich in psychiatrischen Institutionen weggesperrt und aufbewahrt. Mit der neuen Diagnose des "Autismus-Spektrums" wird zudem anerkannt, dass es keine exakte Grenze zum Neurotypischen gibt, sondern Übergänge. Dadurch wird zwar nicht jede Wertung ausgeschlossen, aber die Autist*innen erscheinen nicht mehr als die Aliens, als die sie zuweilen beschrieben wurden, sondern als Wesen von ein und derselben Welt.


peter schneider hat die frage des querdenkers und seine antwort auch als seine heutige (20.9.17) kolumne im tagesanzeiger genommen (Redaktion Idiotenspeak).

27.September 2017

lieber herr schneider,
ich bin nicht ganz einverstanden. Ihre fakten stimmen nicht ganz. Nicht-sprechende autisten im low functioning bereich des spektrums werden in der fachliteratur sehr wohl mit intelligenzminderung klassifiziert. Wir sind zwar beispiele dafür, dass das nicht stimmt. Aber es wird so gelehrt und führt dazu, dass wir in den einrichtungen so behandelt werden und nur minderwertige kommunikationsförderung erhalten. Hier ist die kategorisierung gefährlich in der praktischen auswirkung.
C. Steiner



kategorien als platzhalter funktionieren nur, wenn sich die sprecher bewusst sind, dass sie nicht passen oder nur in wenigen details. Im alltag ist das nicht so. und da wird das ganze gefährlicher als ein kugel-atommodell, das man für bare münze nimmt. Nämlich existentiell.



Mittwoch, 13. September 2017

Geschenk (von Gastblogger 'der Biologe)



Liebe leserinnen und leser
Ich freue mich, wieder zu bloggen heute. Sie können sich vielleicht nicht vorstellen, wie viel mir diese möglichkeit bedeutet, mit der welt ausserhalb des behindertenheims zu kommunizieren. Auf normale weise in einem blog, der gelesen wird von leuten, die nicht dafür bezahlt werden, dass sie sich für mich zeit nehmen.

Für nichtbehinderte ist es selbstverständlich, ihre gedanken und gefühle in sprache zu fassen und sie mit anderen menschen zu teilen. Ich habe nur selten gelegenheit, etwas zu sagen. Entweder, weil keine kompetente assistenz da ist oder kein gesprächspartner. Oder beides. Für mich ist bloggen das einzige fenster zur kommunikation mit der normalen welt. Ein geschenk.

Mittwoch, 6. September 2017

handbuch: anker


Unsere eigenheiten in der verarbeitung von wahrnehmungen führen oft zu einem zustand der unverbundenheit mit der aussenwelt. Manchmal kommt es auch zu einer totalen überflutung, und wir können uns nicht mehr orientieren, geschweige denn steuern und handeln.

Die auswirkungen sind unterschiedlich. Die einen schreien, andere ziehen sich zurück, schlagen sich oder rennen rum. alles um wieder geerdet und sortiert zu sein. Repetitive, einfache handlungen oder bewegungen sind dafür auch sehr beliebt.

Aber das beste – mit abstand – ist ein guter anker. Das ist in der regel ein mensch, der uns eben in der welt um uns herum verankern kann, so dass wir die verbindung nicht verlieren und bei überflutung den weg wieder finden.

Anker sind toll aber rar. Denn sie müssen halt geben ohne zu bestimmen oder zu vereinnahmen. Die meisten können das eine oder das andere nicht. Aber ein guter anker ist das allerbeste.